Ubuntu: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 9. September 2026, 22:45 Uhr
Hauptseite > Technik > EDV
Philosophie
Nelson Mandela erklärt in diesem kurzen Video, was Ubuntu bedeutet: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Experience_ubuntu.ogv
Zu Nelson Mandela siehe Im Lauf der Zeit: Apartheid – Spirale der Angst.
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Betriebssystem
Ubuntu ist ein Betriebssystem mit dem Anspruch, möglichst allen Menschen zur Verfügung zu stehen. Es basiert auf der GNU/Linux-Distribution Debian und wurde von Mark Shuttleworth finanziert – mit der Auflage, auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbst zu tragen. Das tut es inzwischen.
Ubuntu Pro
Ubuntu Pro liefert Sicherheitsupdates schneller und kann sie im laufenden Betrieb einspielen, ohne Neustart. Für die private Nutzung ist Pro auf bis zu fünf Rechnern kostenlos; für den kommerziellen Einsatz gibt es kostenpflichtige Lizenzen. Bei gemeinnützigen Zwecken lohnt eine Anfrage direkt bei Canonical.
Verbreitung
Ubuntu ist faktisch der Weltstandard unter den Linux-Distributionen. Google empfahl es seinerzeit als Erstes für die Android-Entwicklung, mittlerweile gibt es dort Pakete für alle gängigen Distributionen. Kommerzielle Programme, die Linux unterstützen, werden in der Regel zuerst für Ubuntu angeboten. Das heißt nicht, dass sie anderswo nicht laufen – die Hersteller testen nur üblicherweise gegen Ubuntu. (Das bezieht sich auf Software für Heimanwender, nicht auf den Enterprise-Server-Bereich.)
Ubuntu hat zudem die größte Nutzerbasis weltweit, entsprechend viel gute Hilfestellung findet sich im Internet.
LTS-Versionen
Als Anwender nutzt man immer die LTS-Versionen (Long Term Support) von Ubuntu.
In LTS-Versionen kommen ausgereifte Pakete zum Einsatz, damit alle auf demselben soliden Stand sind. Das vereinfacht Entwicklung und Support erheblich – als Laie bekommt man davon nichts mit, außer dass das System läuft.
Geschmacksrichtungen
Neben der Standard-Installation mit der Desktop-Umgebung GNOME gibt es weitere Geschmacksrichtungen mit anderen Desktop-Umgebungen:
um einige zu nennen.
Empfehlenswert ist aber das normale Ubuntu, weil es die größte Nutzerbasis hat.
Anwendungen installieren
Dafür gibt es mehrere gängige Wege:
- App-Zentrum
- Software (Gnome-Software)
- Snap
- Flatpak
- AppImage
- Curl
- Anwendung aus Ubuntu Repository installieren
- Zusätzliche Repositories hinzufügen
Empfehlenswerte Anwendungen
Progressive Web Apps for Firefox
Ein Firefox-Addon, mit dem sich Webseiten als App installieren lassen. Eher etwas für Fortgeschrittene – als Einsteiger nimmt man dafür besser Chrome oder Edge.
📑 Progressive Web Apps for Firefox
Microsoft Edge
Mit diesem Browser lassen sich Webseiten sehr einfach als App installieren.
Offizielles Installationspaket (.deb) von Microsoft: https://www.microsoft.com/en-us/edge/download?form=MA13FJ
Als Flatpak: https://flathub.org/apps/com.microsoft.Edge
Google Chrome
Auch mit diesem Browser lassen sich Webseiten einfach als App installieren.
Offizielles Installationspaket von Google (.deb = Debian/Ubuntu, .rpm = Fedora/SUSE): https://www.google.com/intl/de/chrome/
Als Flatpak: https://flathub.org/apps/com.google.Chrome
Bildungsapps
Liste mit guten Apps auf Schwarzatal.org:
📑 Apps
Programme automatisch starten
Welche Programme bei der Anmeldung starten, stellt man unter Startprogramme ein (Super-Taste drücken und „Startprogramme“ eingeben ging bis zu Ubuntu 24.4), Ab Ubuntu 26.4 muss man "tweaks" oder "Optimierungen" eingeben, und dort findet man diese.
Wenn man den Namen des gesuchten Programms nicht kennt, findet man ihn im laufenden Betrieb im gnome-system-monitor. wurde mit Ubuntu 26.4 durch "Ressourcen" ersetzt.
Soll eine als App installierte Webseite bei der Anmeldung starten, stellt man das in dem Browser ein, mit dem sie installiert wurde. Bei PWAsForFirefox über das Browseraddon.
Alternativ über die zugehörige Desktop-Datei unter ~/.local/share/applications.
GNOME-Shell-Extensions
Dieser Teil lässt sich auf alle Systeme anwenden, die die GNOME-Shell nutzen.
Extensions installieren
Am bequemsten geht das mit der App Extension Manager. Dort lassen sich Erweiterungen in einer Liste suchen, installieren, einstellen sowie (de)aktivieren. Die Bedienung ist selbsterklärend.
Installation im Terminal (Strg + Alt + T):
sudo apt install gnome-shell-extension-manager
Alternativ über Software (Gnome-Software) einfach nach „Extension Manager“ suchen.
Über den Browser
Erweiterungen lassen sich auch direkt von https://extensions.gnome.org aus installieren. Dafür wird die Browser-Anbindung benötigt:
sudo apt install gnome-browser-connector
Zusätzlich braucht es die passende Browser-Erweiterung („GNOME Shell integration“). Mit der Snap-Version von Firefox funktioniert das erfahrungsgemäß nicht zuverlässig – in dem Fall ist der Extension Manager der einfachere Weg.
Über die Kommandozeile
gnome-extensions list # installierte Erweiterungen anzeigen gnome-extensions enable <UUID> # aktivieren gnome-extensions disable <UUID> # deaktivieren gnome-extensions prefs <UUID> # Einstellungen öffnen
Wenn Erweiterungen sich stören
Erweiterungen sind keine eigenständigen Programme. Sie laufen alle im selben Prozess wie die GNOME-Shell und greifen dort in dieselben Abläufe ein. Zwei Erweiterungen, die dasselbe Ziel verfolgen, kommen sich deshalb fast zwangsläufig in die Quere.
Das ist kein Grund zur Vorsicht, aber ein Grund zur Sparsamkeit: lieber wenige Erweiterungen, die man wirklich braucht, und nach jeder Neuinstallation kurz prüfen, ob noch alles läuft.
Typische Konfliktmuster
- Mehrere Tiling-Erweiterungen gleichzeitig. Awesome Tiles, Tiling Shell, Arrange
Windows, Forge und der vorinstallierte Ubuntu Tiling Assistant verfolgen alle denselben Zweck. Man entscheidet sich für eine und schaltet die übrigen ab.
- Mehrere Taskleisten oder Docks. App Icons Taskbar, Window List, Workspaces
indicator by open apps und das Ubuntu Dock belegen Bildschirmfläche und zeigen teils dasselbe an.
- Doppelt belegte Tastenkürzel. Der unangenehmste Fall, weil nichts abstürzt – das
Kürzel löst schlicht nicht aus. Beispiele: Das Ubuntu Dock belegt Super + 1 bis Super + 0 zum Starten der angehefteten Programme. Der Ubuntu Tiling Assistant belegt Super + Links/Rechts für die Bildschirmhälften. Wer diese Kombinationen anderweitig braucht, muss die jeweilige Erweiterung abschalten.
- Erweiterungen, die Fenster verschieben. Window List zeigt Fenster dort an, wo sie
vor dem automatischen Verschieben waren – deshalb verträgt es sich nicht mit Fullscreen to Empty Workspace und Auto Move Windows.
Fehlersuche
Verhält sich der Desktop merkwürdig, schaltet man im Extension Manager alle Erweiterungen ab und dann einzeln wieder zu. So ist der Verursacher schnell gefunden.
Zu beachten: Unter Wayland lässt sich die GNOME-Shell nicht mehr per Alt + F2 → r neu starten. Nach Änderungen meldet man sich ab und wieder an. Eine schwer gestörte Sitzung lässt sich also nicht im laufenden Betrieb reparieren.
Places Status Indicator
Holt den beliebten „Orte“-Button aus GNOME 2 zurück, mit dem man direkt zu wichtigen Dateipfaden springt.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/8/places-status-indicator/
Applications Menu
Holt das Anwendungsmenü aus GNOME 2 zurück (ähnlich dem Windows-Startmenü).
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/6/applications-menu/
OpenWeather
Ein Status-Indikator in der Top-Bar, der das Wetter anzeigt. Ein Klick darauf öffnet den Wetterbericht.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/750/openweather/
Bing Wallpaper
Lädt das „Bing Bild des Tages“ herunter, legt es in einen frei wählbaren Ordner und setzt es als Hintergrundbild. Also jeden Tag ein neues Motiv.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/1262/bing-wallpaper-changer/
Auto Move Windows
Verschiebt bestimmte Fenster beim Öffnen automatisch auf eine bestimmte Arbeitsfläche. Nützlich in Verbindung mit:
Einstellungen > Multitasking > Arbeitsflächen: Feste Anzahl an Arbeitsflächen
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/16/auto-move-windows/
Color Picker
Zeigt den Farbwert des gewählten Pixels an.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/3396/color-picker/
Disable workspace switcher animation overlay
Deaktiviert die Einblendung, die beim Umschalten die aktuelle Arbeitsfläche anzeigt. Die ist überflüssig, wenn man diese Information ohnehin dauerhaft über eine andere Erweiterung sieht.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/6358/disable-workspace-switcher-overlay/
Dynamic Calendar, Clocks and Weather Icons
Lässt die Symbole von Kalender, Uhr und Wetter das aktuelle Datum, die Uhrzeit und das Wetter anzeigen.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/5550/dynamic-calendar-and-clocks-icons/
Fullscreen to Empty Workspace
Verschiebt neue, maximierte und Vollbild-Fenster automatisch auf eine leere Arbeitsfläche.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/6072/fullscreen-to-empty-workspace/
Just Perfection
Einstellungswerkzeug für die GNOME-Shell: ändert deren Verhalten und blendet Bedienelemente aus.
Damit lässt sich zum Beispiel die Top-Bar an den unteren Bildschirmrand legen – zusammen mit einer Taskleisten-Erweiterung ergibt das eine vollwertige Leiste im Windows-Stil. Auch die Position der Benachrichtigungen lässt sich damit ändern.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/3843/just-perfection/
Nothing to say
Hebt die Stummschaltung des Mikrofons nur dann auf, wenn man tatsächlich etwas sagt. (Stichworte: Mikrofon-Stummschaltung, Push-to-talk)
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/1113/nothing-to-say/
Reorder Workspaces
Arbeitsflächen mit Strg + Super + Rauf/Runter verschieben.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/3685/reorder-workspaces/
Tea Timer
Eine Teeuhr für die GNOME-Shell.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/6520/teatimer/
Transparent Top Bar
Bringt die transparente Top-Bar aus GNOME-Shell 3.32 zurück.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/1708/transparent-top-bar/
VirtualBox applet
Menü für virtuelle Maschinen in der Top-Bar.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/1415/virtualbox-applet/
Window List
Eine Fensterliste am unteren Bildschirmrand. Praktisch, wenn man viele Dokumente auf derselben Arbeitsfläche bearbeitet.
Leider nicht kompatibel mit Fullscreen to Empty Workspace und Auto Move Windows: Die Liste zeigt die Fenster dort an, wo sie vor dem Verschieben waren. Siehe auch Wenn Erweiterungen sich stören.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/602/window-list/
Workspaces indicator by open apps
Zeigt in der Top-Bar alle Programmsymbole auf der jeweiligen Arbeitsfläche an. Von dort lassen sie sich auch anklicken und auf eine andere Arbeitsfläche verschieben.
Datei:Workspaces indicator by open apps2.png
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/5967/workspaces-indicator-by-open-apps/
App Icons Taskbar
Ähnlich wie „Workspaces indicator by open apps“, verhält sich aber genauso wie die Symbole in der Windows-Taskleiste.
Datei:App Icons Taskbar Screenshot.png
Datei:App Icons Taskbar Screenshot2.png
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/4944/app-icons-taskbar/
Awesome Tiles
Eine Tiling-Erweiterung für die GNOME-Shell, die das präzise Verschieben von Fenstern erleichtert – über anpassbare Tastenkombinationen, die standardmäßig auf dem Nummernblock liegen. Kann mehr als der vorinstallierte Ubuntu Tiling Assistant, der nur die Bildschirmhälften und -viertel kennt.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/4702/awesome-tiles/
Logo Menu
Ein Menü nach dem Vorbild des Apfel-Menüs von macOS, für den GNOME-Desktop. Die Erweiterung zeigt links im Panel das Logo der eigenen Distribution und öffnet darüber ein einfaches Menü mit den wichtigsten Einträgen.
- Das Symbol lässt sich in den Einstellungen ändern, Logos für Linux und BSD sind enthalten.
- Die „Aktivitäten“-Schaltfläche ist standardmäßig ausgeblendet, kann aber wieder
eingeblendet werden.
- Auch das Standard-Terminal und das Software-Zentrum sind einstellbar.
Weitere Screenshots gibt es auf GitHub.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/4451/logo-menu/
Desktop-Effekte
Absolut sinnlos, aber cool.
Burn my Windows
Macht das Öffnen und Schließen von Fenstern zum visuellen Erlebnis.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/4679/burn-my-windows/
Compiz alike magic lamp effect
Macht das Minimieren und Wiederherstellen von Fenstern zum visuellen Erlebnis.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/3740/compiz-alike-magic-lamp-effect/
Desktop Cube
Ordnet die Arbeitsflächen dreidimensional zu einem Würfel an.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/4648/desktop-cube/
Compiz Windows Effect
Wabbelnde Fenster.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/3210/compiz-windows-effect/
GSConnect
Macht aus Smartphone und Computer eine Einheit – etwa, um Benachrichtigungen der Messenger vom Handy am Rechner zu erhalten.
Am Smartphone KDE Connect installieren und über LAN (oder VPN) verbinden. KDE Connect gibt es auch für Windows, andere Linux- und BSD-Desktops sowie macOS. Unter GNOME muss man es nicht zusätzlich installieren: Das übernimmt GSConnect, nahtlos in GNOME integriert.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/1319/gsconnect/
CHC-E (Custom Hot Corners – Extended)
Erlaubt es, die Hot Corners frei zu belegen. Beispiel: Statt oben links lässt sich die Übersicht auch auslösen, indem man den Mauszeiger ganz nach unten bewegt – ähnlich dem Einblenden einer Taskleiste.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/4167/custom-hot-corners-extended/
Arrange Windows
Ordnet Fenster auf den Bildschirmen an.
| Aktion | Tastenkürzel |
|---|---|
| Fenster kaskadieren | Strg + Alt + 1 |
| Fenster kacheln | Strg + Alt + 2 |
| Fenster nebeneinander | Strg + Alt + 3 |
| Fenster stapeln | Strg + Alt + 4 |
Datei:Arrange Windows Screenshot.png
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/1604/arrange-windows/
Tiling Shell
Erweitert die GNOME-Shell um fortgeschrittenes Tiling: mehrere Monitore, Snap-Assistent im Stil von Windows 11, Fancy Zones, automatisches Kacheln, Tastenkürzel, eigene Layouts und mehr.
Datei:Tiling Shell Screenshot.png
Datei:Tiling Shell Screenshot2.png
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/7065/tiling-shell/
Forge
Tiling- und Window-Manager für GNOME im Stil von i3 und sway. Ausführlich beschrieben unter GNOME-Shell mit i3/sway-Workflow.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/4481/forge/
AppIndicator and KStatusNotifierItem Support
Die GNOME-Shell blendet von Haus aus keine klassischen Tray-Icons mehr ein. Anwendungen wie Signal, Nextcloud oder Steam nutzen jedoch weiterhin das AppIndicator- bzw. StatusNotifier-Protokoll. Die Erweiterung AppIndicator and KStatusNotifierItem Support (3v1n0) stellt diese Schnittstelle bereit und zeigt die Symbole in der Top-Bar an.
Unter Ubuntu ist sie standardmäßig vorinstalliert und aktiviert, Tray-Icons sind also ohne
weiteres Zutun sichtbar. Andere Distributionen wie openSUSE liefern sie in der Regel nicht
mit. Dort muss man sie manuell über den Extension Manager oder das Paket
gnome-shell-extension-appindicator nachrüsten.
Damit verhält sich GNOME auf Nicht-Ubuntu-Systemen wie unter Ubuntu.
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/615/appindicator-support/
Beziehung zwischen Ubuntu-AppIndicators und der Extension von 3v1n0
Die heute gängige Extension „AppIndicator and KStatusNotifierItem Support (3v1n0)“ stammt ursprünglich aus der Arbeit von Canonical bzw. Ubuntu. Canonical pflegte früh eine eigene Implementierung für AppIndicators in GNOME, weil Unity und später Ubuntu-GNOME auf diese Funktion angewiesen waren. Marco Trevisan (alias 3v1n0, Canonical-Mitarbeiter) führte diese Arbeit fort und veröffentlichte sie als offizielle Extension auf extensions.gnome.org.
Das in Ubuntu vorinstallierte AppIndicator-Paket ist daher kein separater Fork, sondern exakt dieselbe Extension – lediglich als Distributionspaket gebündelt und standardmäßig aktiviert.
Fazit: Ubuntu integriert die von 3v1n0 gepflegte Standard-Extension direkt, während andere Distributionen sie manuell nachrüsten müssen.
Was damit möglich ist
Mit den vorgestellten Erweiterungen lässt sich der Desktop weitgehend frei gestalten – von klassisch bis ungewöhnlich. Zwei Beispiele:
Eine solche Zusammenstellung im Extension Manager:
📑 Siehe auch Linux#GNOME_Shell_Extensions
GNOME-Shell mit klassischem Windows-Workflow
Das lässt sich auf viele Arten umsetzen, hier ein Beispiel mit den folgenden Erweiterungen.
GNOME-Shell mit i3/sway-Workflow
Forge
Tiling- und Window-Manager für GNOME. Anders als Tiling Shell oder Awesome Tiles, die einzelne Fenster in vorgegebene Zonen einrasten lassen, verwaltet Forge alle Fenster in einem Baum aus Split-Containern – so, wie es i3 unter X11 und sway unter Wayland tun. Neue Fenster teilen den vorhandenen Platz automatisch auf, statt frei übereinander zu liegen.
- Baumbasiertes Tiling mit horizontalen und vertikalen Split-Containern
- Vim-artige Tastenkürzel zum Navigieren und Verschieben von Fenstern
- Tabbed- und Stacked-Layouts
- Tiling per Drag and Drop
- Schwebende (floating) Fenster, Gaps und Fokus-Hinweis konfigurierbar
- Tiling-Einstellungen je Arbeitsfläche
- Läuft unter X11 und Wayland
- Hinweis: Das Projekt sucht einen neuen Maintainer.
Bugs und Issues: https://github.com/forge-ext/forge/issues
🌐 https://extensions.gnome.org/extension/4481/forge/
🌐 https://github.com/forge-ext/forge
Status
Funktioniert unter Ubuntu 26.04 (GNOME 50.1) tadellos.
Wenn sich Forge nicht installieren lässt
Die auf extensions.gnome.org veröffentlichte Fassung deklariert als höchste unterstützte Shell-Version noch 49. GNOME verweigert deshalb den Start, obwohl die Erweiterung problemlos läuft. Im Upstream-Repository ist die Kompatibilität mit 50.1 bereits eingetragen, nur noch nicht dort hochgeladen.
Abhilfe – die Versionsprüfung global deaktivieren:
gsettings set org.gnome.shell disable-extension-version-validation true
Alternativ nur für Forge: in
~/.local/share/gnome-shell/extensions/forge@jmmaranan.com/metadata.json bei
shell-version die Einträge "50" und "50.1" ergänzen.
Oder gleich aus dem Git-Repository bauen (make install), dann ist die passende
Metadata schon enthalten.
Danach ab- und wieder anmelden.
Konflikte
Forge beansprucht die gesamte Fensterverwaltung für sich. Alles, was ebenfalls Fensterpositionen verändert, Tastenkürzel belegt oder Bildschirmfläche beansprucht, sollte im Extension Manager abgeschaltet werden:
- Ubuntu Tiling Assistant – unter Ubuntu standardmäßig aktiv. Er rastet Fenster beim
Ziehen an den Bildschirmrand ein und belegt Super + Links/Rechts.
- Ubuntu Dock – belegt Super + 1 bis Super + 0 zum Starten der
angehefteten Programme. Wer diese Kombinationen wie in sway zum Wechseln der Arbeitsflächen nutzen möchte, kommt daran nicht vorbei: Solange das Dock aktiv ist, lösen die Forge-Kürzel schlicht nicht aus. Davon abgesehen belegt das Dock dauerhaft Bildschirmfläche, die man beim Tiling vollständig für Fenster nutzen will – und Programme startet man ohnehin über Tastenkürzel oder die Übersicht.
- Awesome Tiles, Tiling Shell und Arrange Windows verfolgen denselben
Zweck wie Forge und sollten nicht parallel laufen.
Siehe auch Wenn Erweiterungen sich stören.
Tastenkürzel
Auszug aus den Voreinstellungen; anpassbar in den Einstellungen der Erweiterung (Super + .).
| Aktion | Tastenkürzel |
|---|---|
| Tiling ein-/ausschalten | Super + W |
| Fokus nach links / unten / oben / rechts | Super + H / J / K / L |
| Fenster mit dem zuletzt aktiven tauschen | Super + Enter |
| Fenster vergrößern (links / unten / oben / rechts) | Strg + Super + Y / U / I / O |
| Fenster verkleinern | Strg + Umschalt + Super + O / I / U / Y |
| Einstellungen öffnen | Super + . |
Die Arbeitsflächen verwaltet Forge bewusst nicht – dafür bleiben die GNOME-eigenen Tastenkürzel zuständig. Wer sie wie in sway auf Super + Zahl legen möchte, stellt das unter Einstellungen > Tastatur > Tastenkombinationen ein und muss dafür das Ubuntu Dock abschalten.