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Wir wissen langsam Alle, dass die Klimakrise nicht nur eine Gefahr für Eisbären ist, sondern für uns alle, und, dass sich gerade wirklich die Frage stellt, ob wir alt werden können auf diesen Planeten. Und obwohl allein in Deutschland schon über 1,4 Millionen Menschen auf der Straße waren, passiert viel zu wenig. Und es stellt sich so die Frage: Was müssen wir dann noch machen, was fehlt denn noch? Und die Antwort darauf hat Jemand gefunden, mit dem ihr echt nicht gerechnet hättet:
„… Es geht um die Überwindung des Systems, um die Zerstörung unserer marktwirtschaftlichen Ordnung.“ (Friedrich Merz CDU // WamS, 22.9.2019) Und ich mach jetzt was, mit dem ich echt nicht gerechnet habe. Ich werd‘ nämlich ‚nen CDU Dude, mit zwei eigenen Flugzeugen, recht geben. Wenn wir unter 1,5 Grad globaler Erwärmung bleiben wollen, wenn wir innerhalb der Planetaren Grenzen leben wollen, dann müssen wir die Marktwirtschaft zerstören. Ich werde euch in diesem Video zeigen, dass die Marktwirtschaft: I.) unsere Natur zerstört II.) zu krasser sozialer Ungerechtigkeit führt III.) und zutiefst undemokratisch ist. Aber es soll auch vor allem auch darum gehen, dass die Marktwirtschaft zerstören nicht bedeutet, dass wir in einer krassen Krise stecken, sondern die Chance birgt, auf ein gutes Leben für uns Alle auf diesen Planeten.
„ A new report of the UN carries us a stark warning. The world has little mor than a decade to reduce the amount of carbon dioxide released into the atmosphere, or it may be too late.“ (CBS Evening News with Jeff Glor)
Aber erstmal: Was hat Marktwirtschaft mit Klima zu tun?
Der Grund, der uns am häufigsten begegnet, warum irgendwie Marktwirtschaft und Klimaschutz nicht so gut zusammengehen, ist Wirtschaftswachstum. Weil wenn unserer Wirtschaft wächst, wächst auch unsere CO2 Emission.
„Klar kann ewiges Wachstum funktionieren“ (Lorenz Jahn – Jung & Naiv)
„Und deshalb müssen wir jetzt Alles dafür tun, dass wir auch zukünftig perspektivisch Wachstum generieren“ (Bernd Westphal – phoenix vor ort)
„Wir brauchen dringend jetzt, Wachstums Politik“ (Peter Altmair, CDU Bundeswirtschaftsminister – phoenix zum Herbstgutachten am 02.10.19) „Wir sind die Wachstumslokomotive Deutschlands“ (Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg – Baden Württemberg: Starke Wirtschaft und schöne Natur)
Tuf, Tuf, Tuf, die Eisenbahn, wer will mit in’s Verderben fahren.
Also jetzt ist es ja nicht so, dass diese Politker alle so ein großes Interesse haben uns umzubringen, oder so, oder, dass das Alles ganz besondere Idioten sind: Wachstum ist in Deutschland sogar Staatsziel (Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft §1) Warum ist das so? Seit wir in der Marktwirtschaft leben, ist die Wirtschaft immer geschrumpft oder gewachsen. Wenn die Wirtschaft schrumpft, passieren 2 Dinge: Einmal sinken dann unsere CO2 Emissionen, was ja irgendwie was ist, was wir Alle wollen. Andererseits befinden wir uns dann in einer Krise. Ich weiß nicht, erinnert ihr euch noch an 2008 an die letzte große Finanz und Wirtschaftskrise? Das sind natürlich Dinge, von denen wollen wir nicht, dass sie sich wiederholen, weil das bedeutet, dass Menschen auf der Straße leben, dass Menschen vielleicht nicht mehr genug zum Essen haben, oder dass sie keinen Zugang mehr haben zur medizinischer Versorgung. Es wäre jetzt aber fatal anzunehmen, dass CO2 einzusparen immer bedeutet, dass Menschen in Armut leben, weil der ganze sogenannte stoffliche Reichtum war ja noch da, also es gab immer noch Häuser, es gab auch noch immer Essen und es gab immer noch Medizin: Die Menschen durften nur nicht mehr in den Häuser wohnen, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen konnten, oder ihre Kredite nicht mehr abbezahlen konnten, weil sie durch die Wirtschaftskrise ihre Jobs verloren haben oder Sozialsystem kollabiert sind. Die Häuser standen dann halt leer, und sind zerfallen während Menschen auf der Straße lebten. Das macht natürlich weder sozial noch ökologisch irgendwie Sinn, aber in der Marktwirtschaft ist das ein immanentes Ding, weil da nur „zahlungskräftige Bedürfnisse“ befriedigt werden. Also eigentlich ganz einfach: Kein Geld > nichts zu Essen. Kein Geld > keine Wohnung. Deswegen ist auch so ein Streben nach Vollbeschäftigung super populär, also da knüpfen Alle an, dass wollen die Politikerinnen aber es wollen natürlich auch Arbeitnehmerinnen, damit Alle Menschen irgendwie einen Arbeitsplatz haben können, muss die Wirtschaft immer weiter wachsen. Fragt sich:
Warum muss dann die Wirtschaft wachsen damit alle beschäftigt sind?
Und das liegt wiederum daran, dass durch Innovationen, durch Automatisierung, Jobs wegfallen.
Das bedeutet aber auch: Dass unsere Wirtschaft wächst und wir dabei massiv den Planeten zerstören. Nicht, weil wir die Dinge die da produziert werden brauchen, sondern damit wir alle weiter 40 Stunden die Woche arbeiten gehen können. In einer vernünftigen eingerichteten Gesellschaft, wäre ja das Wegfallen von Arbeitsplätzen was sehr schönes: Menschen hätten mehr Zeit in der Sonne zu sitzen, oder Nazis zu blockieren, für ihre älteren Familienmitglieder da zu sein. Aber weil Politikerinnen weiter die Marktwirtschaft statt das Klima retten wollen. Gibt es jetzt die Idee, einfach, Wirtschaftswachstum von Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Das nennt man dann „grünes Wachstum“.
„Und e ich bin e zutiefst davon überzeugt, dass es eine Form ökologischen Klima neutralen ressourcenschonenden Wachstums gibt.“ (Christian Lindner, FDP – Jung und Naiv: FDP-Chef Lindner über Klimaschutz inkl. Wirtschaftswachstum)
Also unsere Wirtschaft wächst die ganze Zeit weiter, aber dabei pumpen wir kein CO2 in die Atmosphäre und machen auch ansonsten den Planeten nicht kaputt. Klingt ja erstmals ganz cool, ist nur leider nicht so richtig möglich. Es gab zwar in Teilen der Welt, eine relative Entkopplung, dass heißt die CO2 Emissionen ist nicht ganz so schnell gestiegen wie das Wirtschaftswachstum, allerdings bräuchten wird eine absolute Entkopplung. Also die Wirtschaft müsste weiterwachsen, während die CO2 Emission schrumpft. Und es gibt überhaupt keine Hinweise darauf, dass das funktionieren könnte. Weil auch in den Ländern wo’s diese relative Entkopplung gab, dass meistens passiert ist, indem Produktionsvorgänge global verlagert wurden. Also indem die besonderes CO2 intensive Produktion in ärmere Länder verlegt wurde, und die Profite aber weiter im globalen Norden eingeheimst wurden, was dann dazu führt, dass die Wirtschaft dort auch weiter wächst, aber die CO2 Emissionen irgendwo anderes gezählt werden. In diesem Wirtschaftssystem haben wir irgendwie 2 Möglichkeiten, entweder unsere Wirtschaft wächst und dann machen wir halt irgendwie Alles um uns herum und irgendwann auch uns selbst kaputt, oder die schrumpft und dann leiden Menschen. Wenn es irgendwie diesen verdammt blöden Mechanismus in unseren Wirtschaftssystem gibt, warum haben wir das dann überhaupt? Und dafür kucken wir uns jetzt mal an, was Marktwirtschaft eigentlich ist, und zwar erklärt von Bundeswirtschaftsministerium: „Was soziale Marktwirtschaft bedeutet: Tim und Laura möchten sich zu ihren Taschengeld etwas dazu verdienen. Ihre Mutter ist Chefin einer Limonadenfabrik, und das bringt sie auf eine Idee: Sie eröffnen einen eigenen kleinen Limo stand. Sie sind jetzt wie die Großen ein Teil der Wirtschaft, hier ist es wie im Verkehr. Man muss sich an bestimmte Regeln halten: In der Wirtschaft nennt man die Regeln „Wirtschaftsordnung“. Als der Nachbarsjunge sieht wie gut es bei Tim und Laura läuft, fängt er auch an Limo zu verkaufen, und weil er sie etwas billiger anbietet, kaufen jetzt Alle bei ihm. Er steht mit Tim und Laura im Wettbewerb. Und jetzt kommen die Regeln: In der sozialen Marktwirtschaft dürfen sich Tim und Laura nicht mit den Nachbarjungen über einen gemeinsamen hohen Preis verständigen. So bleibt der Wettbewerb erhalten, und auch Susi kann sich die Limo leisten, obwohl sie etwas weniger Taschengeld bekommt. Dies regelt der Staat in der sozialen Marktwirtschaft mit Gesetzen.“ In der realen Wirtschaft hätte Tim und Laura wahrscheinlich nicht selber verkauft, sondern dafür Susi angestellt. Wir haben ja schon gehört Susi hat ein bisschen weniger Geld, vielleicht Arbeiten ihre Eltern auch in der Limonadenfabrik, aber als Putzkräfte, und haben kein eignes Haus und auch keinen Vorgarten, und deswegen kann Susi nicht einfach selbst Limo verkaufen sondern wird dann von Tim und Laura dafür bezahlt, dass die in Tim und Lauras Vorgarten Limo verkauft. Tim und Laura bezahlen Susi für ihre Arbeitskraft, aber heimsen auch noch eine Profitrate ein, dafür, dass es ihr Limostand in ihren Vorgarten ist. Angenommen Tim und Laura kaufen sich von dieser Profitrate Lollis, der Nachbarsjunge aber kauft sich von den Geld, was er verdient hat, einen Kühlschrank und verkauft jetzt gekühlte Limo, und kein Mensch will mehr Tim und Lauras lauwarme Limo kaufen. Tim und Laura werden also vom Nachbarsjungen vom Markt verdrängt. Deswegen reden wir in der Marktwirtschaft, von einen Profitzwang und nicht von einen Profitdrang. Das heißt Tim und Laura werden nicht deshalb versuchen, so viel wie möglich Profit zu machen, weil sie so gierig nach Lollis sind, also vielleicht auch, aber das ist nicht der primäre Grund, sondern sie müssen sogar Profit machen: Weil wenn ihr Konkurrent Profit machen und den reinvestiert und sie nicht auch reinvestieren können, dann fliegen sie vom Markt. Dass ich nur Limonade kriege, wenn ich den entsprechenden Tauschwert erbringe, also wenn ich dafür Geld bezahle und nicht Limonade bekomme weil ich gerade besonderes durstig bin, ist in der Marktwirtschaft ganz normal. Es ist aber auch ein Merkmal davon, und nennt sich: „Tauschlogik“. In der Marktwirtschaft ist es dementsprechend logisch, Limonade eher wegzuschütten als sie zu verschenken. Im weiter Video werde ich mich von Wettbewerb reden, sondern Konkurrenz. Ich find einfach, Wettbewerb klingt eigentlich viel zu nett, beides bezeichnet eigentlich dasselbe, eine „Exklusionsbeziehung“. Das heißt ich kann nur gewinnen, wenn dafür andere verlieren. Außerdem werde ich Marktwirtschaft und Kapitalismus weitgehend synonym verwenden, mir geht es um diese Kernmerkmale, und zwar: • Konkurrenz, und der daraus entstehende Profitzwang • Tauschlogik, das heißt: Ich krieg nur Limonade wenn ich dafür Geld bezahle. und • Privateigentum an Produktionsmitteln: also in dem Fall, einen Limonadenstand und einen eigenen Vorgarten.
Jetzt werde ich euch zeigen, dass Marktwirtschaft: I. Natur zerstört II. Soziale Ungerechtigkeit und Hunger schafft und III. Zutiefst undemokratisch ist.
I. Martkwirtschaft VS. Natur
In den letzten Jahrzehnten rasanten wirtschaftlichen Wachstums ist nicht nur unsere CO2-Emmission gestiegen, sondern auch der Verlust an tropischen Wäldern, der Wasserverbrauch, und die Biodiversität allgemein. Wir haben seit 1970, 60% der Wirbeltiere verloren. 1 Mio. Arten sind vom Aussterben bedroht. Egal was wir herstellen, eigentlich brauchen wir dafür immer Natur, weil in der Marktwirtschaft Alles wirtschaftliche Handeln als Triebkraft hat Profit zu erwirtschaften, wird Natur in der Marktwirtschaft eine Ressource, die wir für Profit ausbeuten. Dadurch, dass Alles von der Herstellung bis zur Verteilung über Profit geregelt ist, passieren gerade die absurdesten Sachen. So ist es z.B. normal den Meeresboden in der Nordsee zu pflügen um dort Krabben rauszuholen, und die Krabben dann auf LKWs zu verschiffen und nach Marokko zu fahren, wo die dann gepoolt werden, um sie dann wieder zurückzufahren um sie hier in einen Supermarkt zu verkaufen, als Nordseekrabben und dann vielleicht am Ende des Tages wegzuwerfen. Wie 1/3 der brauchbaren Lebensmittel in Deutschland. Wir sind gerade kurz davor Kipppunkte zu erreichen im Klimawandel und uns wird immer noch erzählt, es gebe keine einfachen Lösungen, das ganze wäre viel zu kompliziert um irgendwo Anzufangen, während wir immer noch: Unsere Krabben auf gekühlten Laster nach… weil dort Leute für weniger Geld arbeiten als wir je arbeiten würden. In einen Wirtschaftssystem, wo das irgendwie logisch ist, können wir keinen Klimaschutz machen. Und in der Marktwirtschaft, ist es nicht mal so, dass diese Verschwendung, nur vorkommt, weil so Sachen wie Krabben, die halt irgendwann schlecht werden, sondern auch bei allen Möglichen, bei Handys zum Beispiel. Natürlich haben die, die Handys herstellen ein Interesse daran die so zu bauen, dass wir die gerne kaufen, aber gleichzeitig haben die überhaupt kein Interesse daran, dass wir unser Leben lang ein Handy behalten, weil wir das irgendwie gut reparieren können oder weil es dafür immer neue Updates gibt, sondern wir sind darauf angewiesen, dass unser Handy irgendwann kaputt geht, oder wir aus anderen Gründen ein neues haben wollen. Und die ganzen Produkte die Hergestellt werden, werden auch nicht unbedingt hergestellt, weil wir ganz großes Bedürfnis danach haben. Ich glaub nicht, dass es so ist, dass Alle Menschen ein tiefes inneres Bedürfnis danach haben, Alle 2 Jahre ein neues Auto zu fahren, und die Automobilindustrie kriegt es auf geheimnisvoll Art und Weise mit, und macht daraus SUVs. Es ist viel mehr so, dass die halt neue Autos verkaufen müssen, um am Markt zu überleben, und deshalb auch 1,7 Milliarden Euro für Werbung ausgeben, jedes Jahr. Und weil eigentlich die Märkte schon längst gesättigt sind, weil man uns also keine Autos mehr verkaufen kann um damit mobiler zu sein, ich mein mobil bin ich auch mit meinen 3 Jahre alten Auto, mobil bin ich wahrscheinlich sogar mit einen Fahrrad. Deshalb wird uns in der Marktwirtschaft immer mehr Status verkauft. Das heißt ich kauf kein Auto mehr um mobil zu sein, sondern ich kauf ein Auto um besser zu sein als mein Nachbar. Das Menschen irgendwie darauf abfahren, wenn ihnen irgendwas verkauft wird, ist eigentlich auch kein großes Wunder, weil in einer Gesellschaft, in der ich den Großteil meiner Zeit gegen Geld tausche, wenn ich auf der Arbeit bin, ist es dann irgendwie nur logisch wenn ich dann mein Geld tauschen will, was sich wie Leben anfühlt.
„When was the last time you went on an Adventure?“ (Auto Werbung) Und ein SUV wie kommt ja nicht aus dem Nichts, irgendwo gibt’s dann dafür eine Aluminium Mine, und die Menschen die dort leben haben vielleicht ein Bedürfnis nach sauberen Trinkwasser. Aber weil es in der Marktwirtschaft keinen fairen Aushandlungsprozess gibt, was jetzt wichtiger ist, Trinkwasser oder ein neuer SUV, weil ich glaube, dass wir uns sogar einigen könnten, dass Trinkwasser erst mal wichtiger ist, ne, aber in der Marktwirtschaft wird halt das gemacht, was am profitabelsten ist, und das ist dann halt der SUV, wird halt der Fluss verseucht. Dann könnte man jetzt natürlich in der Marktlogik sagen, dann darf es dann einfach nicht mehr profitabel sein, den Fluss zu zerstören, das muss dann ordentlich was kosten. Und so fängt man dann an, den Volkswirtschaftlichen nutzen von Natur zu berechnen, der von Bienen wird auf 2,7 Milliarden Euro im Jahr, in Deutschland, berechnet. Ist ja eigentlich ganz nett könnten jetzt Ökonomen sagen, dass wir da so ne Nummer haben, weil dann wissen wir wieviel die Dinger wert sind, und dann können wir halt z.B. Pestizide verbieten oder so, allerdings nur so lange, wie nicht irgendwas erfunden wird, was billiger ist als 2,7 Milliarden Euro, und diesen volkswirtschaftlichen Nutzen von Bienen ersetzt. Ist es nicht absurd, dass wir denken, dass wir Natur einen Preis geben können, ich mein, wieviel ist ein Vogelkonzert am Morgen wert, wieviel die letzte Hand voll Berggorillas, und wieviel ein Sternenhimmel, der nicht von Lichtsmogg verschleiert ist.
Das wir Natur als etwas sehen, dass nur dann wertvoll ist, wenn sie uns einen Dienst erbringt, zeugt von einen ganz bestimmten Naturverständnis: das Natur als etwas lebloses sieht was getrennt von uns existiert und fast mechanisch funktioniert. Wie ein Bienenroboter. Diese Naturverständnis gab’s aber nicht schon immer, und es ist auch nicht das einzige Naturverständnis, das existiert. Aber weil die Marktwirtschaft darauf angewiesen ist, dass wir Natur als eine leblose Ressource betrachten, damit legitimiert werden kann, dass wir sie zerstören, ist es mit der Marktwirtschaft das dominante Naturverständnis geworden. Also, in der Marktwirtschaft ist Natur immer einer Resource, und sie zu erhalten steht immer auf der Kostenseite und ist nicht profitabel, also wird sie zerstört.
II. Marktwirtschaft VS. Gerechtigkeit
Wenn wir Natur zerstören, zerstören wir nichts, was getrennt von uns ist, wir zerstören dann immer auch menschliche Lebensgrundlage. Wir zerstören Menschen. Bei der Klimakrise ist es zum Beispiel so, dass nicht alle Menschen gleich toll davon betroffen sind, „So we are all are getting hit, we are all are getting impacted, it’s just the poor people get hit first and worst“ (Van Jones – TEDxGreatPacificGarbagePatch- Enviromental Justice) Es ist sogar tendenziell so, dass die Länder die am meisten zur Krise beigetragen haben, am wenigsten stark von ihr betroffen sind. „What does climate change do to the peaceful communities in the Himalayas, who have never used fossil fuels? But today the glaciers are disappearing, today instead of snow they are getting rainfall that washes away the villages and flash floods“ (Vandana Shiva, Indian Enviromentalist & Writer – Indian Enviromentalist Vandana Shiva)
„Die Ironie, die bittere Ironie, der Geschichte des Klimawandels ist, dass fast all die Länder die jetzt im wesentlichen beitragen zur globalen Erwärmung, das sind gerade die Länder die die Folgen am wenigsten zu spüren bekommen und umgekehrt.“ (Hans Joachim Schellnhuber, Klimaforscher – Journal) In der Marktwirtschaft gilt der Mythos, sie sei gerecht, weil Leistung belohnt wird. Wie wird Malawi dafür belohnt? Das ist eines der Länder die die geringsten CO2 Emissionen weltweit. In dem wir sie mit den Katastrophalen Folgen alleine lassen, indem wir auch noch die Fluchtwege dicht machen? So, dass Menschen keinen sicheren Ort zum Leben finden, wenn sie in Malawi ihre Lebensgrundlage verloren haben?
„Sofia sollte eigentlich einst im Mittelmeer Schlepperbanden bekämpfen, die Mission wurde aber eingestellt. Grund: Die Militärschiffe retteten zahlreiche Flüchtlinge.“ (tagesschau)
Bangladesh ist eines der Länder, die am stärksten von der Klimakrise betroffen sind.
„Clima Catastrophy is a reality! It’s a reality for the famine struck families in Dschibuti, in Somalia, in India, and in Ethiopia! It’s a reality for the flooded families in Bangladesh and the Philippines.” (Syed Hussan -Syed Hussan linking migration and climate change.)
Als ich 6 Jahre war, wurde ich eingeschult. Ich hatte eine riesig Schultüte und es kam eine Schaar entfernter Verwandten die mir den Kopf getätschelt haben und richtig besorgt um meinen Blockflötenunterreicht waren. Gleichzeitig, ist ein 6 Jähriges Kind im Bangladesch aufgestanden aber nicht um zur Schule zu gehen, sondern in die Textilfabrik, um dort vielleicht das Kleid zu nähen was ich bei meiner Einschulung getragen habe. Wie ist das jetzt gerecht, dass dieses Kind, welches viel mehr geleistet hat als ich, trotzdem unter viel schwierigeren Lebensbedingungen aufwächst. Harte Marktwirtschaft Fans würde jetzt vielleicht sage, das ist halt Gerecht weil die Regierung in Bangladesch nicht genug geleistet hat um gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Dass ist aber einfach absurd. Generationen von Europäern haben quasi die ganze Welt kolonialisiert, die haben fast alle Länder erobert und lokale Produktionsweisen zerstört und die Menschen gezwungen sich in europäische Wirtschaftsweisen einzugliedern. Die Folgen davon sind natürlich immer noch spürbar, vor allem in den Sinnen, dass ehemals kolonialisierte Länder jetzt oft entweder Rohstoffe produzieren oder Teile in Arbeitsprozessen von europäischen Unternehmen machen. Das ist aber nicht so profitabel wie das was so die Industriestaaten machen.
„A System, in which the rich decide the faith of all resources, decide the resources of the poor are there to grab, the economy of the poor are there to destroy, is an unjust system. “ (Vandana Shiva, Indian Enviromentalist & Writer - Vandana Shiva interviewed at FES's International Week of Justice 2015) Dieser Zustand wurde ermöglicht und hält sich immer noch durch den Rassismus, der in unserer Gesellschaft vorherrscht. Und weil wir hier davon profitieren, weil sich westliche Unternehmen die Profitraten einheimsen und diese Wirtschaftweise dazu führt, dass wir hier extrem billige Produkte kaufen können, haben Regierungen von Industriestaaten oft auch kein echtes Interesse daran, dass Länder im globalen Süden eine eigenständige Wirtschaft herausbilden oder unabhängig vom Westen agieren. Man könnte es auch so sagen: Wir sind reich, weil andere arm sind. Wir können uns so viel leisten weil wo anderes Menschen Dinge produzieren unter Bedingungen zu den wir nie Arbeiten würden. So wie in der Marktwirtschaft Naturerhaltung immer auf der Kostenseite steht, steht auch die Einhaltung von Menschenrechten, gute Arbeitsbedingungen und gute Löhne immer auf der Kostenseite. Dadurch das Unternehmen gezwungen sind so billig wie möglich zu produzieren, und zwar billiger als ihrer Konkurrenz sparen die dann halt bei ihren Arbeiterinnen.
Hunger ist ein Verteilungsproblem.
Auf der Welt hungern eine Milliarde Menschen. Wir produzieren aber genug Essen um 10 Milliarden Menschen zu ernähren. Das heißt wir haben kein Problem mit Überbevölkerung oder damit, dass wir nicht genug essen produzieren. Wir haben ein Verteilungsproblem.
Das ist natürlich absurd, und verdammt schrecklich, dass irgendwo essen weggeworfen wird, während Menschen verhungern. Aber in der Marktwirtschaft, werden eben nur zahlungskräftige Bedürfnisse befriedigt, und das wird in einen ganz anderen Maße auch dazu, dass wir uns auch ständig verwerten müssen. Wenn wir nicht gerade megaviel geerbt haben, sind auch wir gezwungen arbeiten zu gehen. Dass bedeutet dann oft das wir Dinge machen müssen, die wir eigentlich überhaupt nicht gut finden, wie zum Beispiel: Autos herstellen, obwohl wir eigentlich Alle schon genau wissen das es genug Autos gibt, oder Panzer produzieren, obwohl wir gegen Krieg sind. In der Marktwirtschaft, stehen nicht nur Unternehmen in Konkurrenz zu einander sondern auch einzelne Menschen. Auch du und ich, wir konkurrieren um bessere Jobs, dass führ dazu, dass auch ich mich die ganze Zeit verwerten muss, dass ich sozusagen Humankapital werde und die ganz Zeit meine Eigenschaften am Arbeitsmarkt aufwerten muss. Und auch dieser Prozess beschleunigt sich immer mehr und führt dazu, dass Burnout und Depressionen zunehmen. Wir leben also auf Kosten anderer, und führen trotzdem ein Leben was nicht wirklich selbstbestimmt ist, und uns immer öfter unglücklich oder krank macht. Und auch wenn wir alle irgendwie diesen Strukturen unterliegen, ist es wichtig zu sehen, das reiche Menschen tendenziell bessere Gründe haben, diese Strukturen zu verteidigen, als arme Menschen. Also Friedrich März Millionäre, 2 Flugzeuge, hat wahrscheinlich besserer Gründe die Marktwirtschaft geil zu finden, und dementsprechend verteidigt sie er auch. Als zum Beispiel Textilarbeiterinnen in Bangladesch, dementsprechend gibt es in Bangladesch auch schon seit Jahren verdammt starke Klimabewegung. Dadurch dass wir global gesehen privilegiert sind, haben wir eine besondere Verantwortung Sachen zu verändern. Aber dadurch, dass auch wir betroffen sind. Das auch wir uns verwerten müssen und andere als Konkurrenz sehen müssen und das auch unsere Zukunft massiv bedroht ist, kämpfen wir nicht für Andere sondern wir kämpfen mit anderen. Für ein gutes Leben für uns Alle.
III. Marktwirtschaft VS. Demokratie
Jetzt sind Marktmechanismen gerade dabei, große Teile der Menschheit und Alles was uns umgibt zu zerstören. Wir leben ja in einer sozialen Marktwirtschaft, das heißt es gib auch noch ein demokratisch gewählter Staat, der dafür da ist regulierend einzugreifen, wenn die Marktwirtschaft-Mechanismen irgendwie scheiße bauen. Jetzt gerade ist ja so ein Moment, das wär echt ein guter Moment für so ‘nen Staat einzugreifen, was machen denn die gerade so? „Denn wir müssen ehhü 40% bis 2030m bezogen auf 1990m einsparen und wir haben bis heute von 1990 an nichts eingespart.“ „Das ist das hier, das ist hergestellt aus Meeresmüll, das ist ein, ja hier, so, dann hat man einfach einen Beutel dabei.“ (Svenja Schulze - Groko ohne Plan: Kakophonie beim Klimaschutz | heute-show vom 13.09.2019) „Wir wollen unseren Kindern eine wettbewerbsfähige Wirtschaft in Deutschland hinterlassen.“ (Paul Ziemiak, CDU - Lahmes Klimapaket: Die Groko hat Schiss vorm Wähler | heute-show vom 20.09.2019) „Klimaschutz muss anderes als ja einige Redner dargestellt haben, muss Freude verbreiten“ (Ingo Gädchens, CDU- phönix vor Ort) „Wenn wir den Klimaschutz zu einen echten Mitmachprojekt machen“ (Markus Söder, CSU – Phönix)
“Ich hab früher sehr gerne auch, Rinderfilet gemacht, weil man das relative problemlos im Backofen machen kann und ich bin vor einigen Jahren, eh auch aus Gesundheitsgründen, ehh kriegen meine Gäste seither häufiger Hähnchen und Geflügel” (Peter Altmaier, CDU - hart aber fair) “Wir sollten die Sonne verklagen” (Beatrix Storch, AFD – Jung & Naiv) Jetzt könnte man sagen, dass sind halt alles Idioten, und keine Ahnung, vielleicht stimmt das auch, aber ich würde sagen die CDU und die SPD sind nicht das primäre Problem. Das primäre Problem sind, das haben die sogar selbst schon erkannt: “Politik ist, das ist die, das ist das was möglich ist” (Angele Merkel - Merkel: „Wir können die Ziele erreichen“) Es erscheint also sinnvoller, uns mal anzugucken, was eigentlich möglich ist, als Regierung innerhalb der Marktwirtschaft. Und wo auch eine Regierung Marktmechanismen unterworfen ist. Staaten und deren Regierungen sind von Steuern abhängig. Steuern sind wiederum davon abhängig, wie es der Wirtschaft geht. Also davon, dass ich Konzerne im Staat ansiedeln.
“In einer prosperierenden Wirtschaft, wird investiert, werden Gewinne erzielt und deshalb Wachsen im Staat auch höhere Einnahmen zu, er ist stabiler finanziert.” (Christian Lindner, FDP - Rede Christian Lindner zum Wirtschaftswachstum in NRW)
Der Staat braucht auch Steuern für Alles, dass er so da ist, also dafür: Infrastruktur zu bauen oder zB Eigentum zu schützen, also diese ganze Sache mit der Marktwirtschaft, funktioniert ja nur wenn mich Irgendwer davon abhält die Limo einfach zu trinken, wenn ich Durst hab. Aber der Staat ist auch dafür da, die Rechte von Arbeiterinnen zu schützen. So war es zum Beispiel so, dass als der 8 Stunden Tag erkämpft wurde, selbst einige Unternehmen an die Regierung appelliert haben, den 8 Stunden Tag einzuführen. Weil die halt selber gesehen haben, dass unter den Arbeitsbedingungen, ihre Arbeiterinnen abkratzen und die ohne Arbeiterinnen halt nicht weiter Profit erwirtschaften konnten. Aber ein einzelnes Unternehmen was zu Andren in Konkurrenz steht, halt auch nicht alleine die Arbeitsstandards verbessern kann. Also, für all diese Dinge braucht der Staat Steuern, und Steuern kriegt die nur, wenn Unternehmen im Staat sind. Das heißt Staaten stehen auch in Konkurrenz miteinander, und zwar da, wo, welche Unternehmen sich bei ihnen ansiedeln. Deswegen versuchen die Alle möglichst gute Rahmenbedingungen, für die Wirtschaft zu schaffen. Leider ist es unter diesen Bedingungen verdammt schwierig, Maßnahmen umzusetzen, die gefordert werden, damit wir unser Klima schützen können. Ne CO2 Steuer die wär teuer für die Unternehmen, und die soll auch teuer sein, weil die soll ja dazu führen, dass die Unternehmen, dass dann nicht mehr machen, weil das teuer ist mit den CO2. Allerdings würde die halt, grade einfach, wenn in Deutschaled ne CO2 Steuer wäre, in irgendeinen anderen Staat gehen, wo es die halt nicht gibt. Oder die würden halt von Unternehmen vom Markt verdrängt werden, die halt in den Staaten produzieren, wo’s diese Steuer nicht gibt. Schweden hat schon seit 1991 ne CO2 Steuer. Die hat aber nur dazu geführt, dass so 3% der CO2 Emissionen, eingespart wurden. Das liegt unter Andern daran, dass Schweden, den ganzen Bereich der für den Weltmarkt produziert von dieser Steuer ausgenommen hat, oder viel geringer besteuert hat. Also quasi alle Unternehmen die in globaler Konkurrenz stehen. Man übertrage das mal auf Deutschland, den Export-Weltmeister. Es würde bedeuten, dass wir die Automobilindustrie aussparen, die Rüstungsindustrie, den Maschinenbau, Chemieindustrie, was bleibt den dann noch übrig?
„Das ist das hier, dass ist hergestellt aus Meeresmüll“. (Svenja Schulze - Groko ohne Plan: Kakophonie beim Klimaschutz | heute-show vom 13.09.2019) Das dieser Handlungsspielraum, innerhalb der Marktwirtschaft, ziemlich gering ist, befreit die Regierung natürlich nicht davon diesen Handlungsspielraum zu nutzen. Und das machen die noch überhaupt gar nicht. Oder davon, den Handlungsspielraum zu vergrößern, wenn wir sonst nicht das Überleben auf diesen Planeten sicherstellen können. Ich will damit nur zeigen, dass es nicht reicht, nur an die Regierung zu appellieren, sondern, dass wir unser ganzes Wirtschaftssystem in Frage stellen müssen. Eine globale CO2 Steuer wäre natürlich eine Lösung, für diesen problematischen Aspekt. Es ist nur allerdings gerade nur so ein bisschen schwer vorstellbar, dass die sich auf sowas einigen. Also dafür müssten sich halt so Trump und Putin und Xi Jinping und die EU und der Kronprinz von Saudi-Arabien deren Wirtschaft nur darauf ausgerichtet ist, dass sie Erdöl exportieren, und all die anderen Regierungschefs deren Aufgabe es ist, im ihren Land, besserer Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, als in irgendwelchen anderen Ländern zu schaffen, die müssten sich also alle an den Tisch setzen, und entscheiden, dass sie ihre Wirtschaft schwächen. Und zwar würde das unterschiedliche Staaten unterschiedlich toll betreffen. Wollen wir wirklich unser Überleben daraufsetzen, dass die sich einigen?
„I’m not gonna loose that worth, i’m not gonna loose it on, on dreams.“ (Donald Trump, GOP - President Trump on Climate Change)
Dementsprechend wenig haben auch 25 internationale Klimakonferenzen gebracht, die Staaten haben sich in Paris nur auf unverbindliche Vereinbarungen geeinigt, und es gibt Berechnungen selbst diese unverbindlichen Vereinbarungen, wenn sie die einhalten würden, zu bis zu 3 Grad globaler Erwärmung führen würden. Aber Überraschung, die halten die auch gar nicht ein.
Reporter: „Wenn man die Messlatte der Physik anlegt, dann muss man doch sagen, dass die jetzigen Beschlüsse des Klimapakets nicht ausreichen werden, die Beschlüsse von Paris zu erreichen, oder? Svenja Schulze: Also erstmal war das Pariser Klimaschutzabkommen, keine physikalische, sondern eine politische Entscheidung. Wir haben ganz bewusst, keine Budgets für Länder gebildet“ (Neuer Monitoring-Bericht zu Klimawandelfolgen (mit Umweltministerin Svenja Schulze) | BPK)
Ja, nur das der Klimawandel ein physikalisches Problem ist, und der Unterschied zwischen 1,5 oder 3-4Grad globaler Erwärmung, der menschlichen Zivilisation seien kann. „Difference for the 2 Degree and 4 Degree World, 2 Degrees: doesn’t sound like much, doesn’t, but that’s the Difference: Human Civilisation. That’s the difference between 2 Degrees and 4 Degrees. ( https://twitter.com/Jumpsteady/status/1163718889139818496 )
Tja, jetzt können man denken, wenn jetzt den eigenen Wirtschaftsstandort zu schwächen keine Option ist, dann müssen wir halt genau andersherum Klimaschutz machen, dann müssen wir in Bereiche investieren, die Klimafreundlich sind und gleichzeitig Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze bringen. Sowas nennt man dann z.B. “Green New Deal”. Das Problem ist nur, dass auch bei einen “Green New Deal” Wirtschaftswachstum, auch versucht wird, von Ressourcenverbrauch zu entkoppeln und wir haben ja schon gesehen, dass das nicht funktioniert. Außerdem bräuchte man für einen “Green New Deal” Massen an Kobold, Lithium und Nickel und anderen endlichen Ressourcen, die wahrscheinlich gar nicht in dieser mange vorhanden sind, und außerdem vor allem im globalen Süden gefördert werden. Das heißt in Staaten, die echt wenig dazu beigetragen haben, dass wir jetzt so einen “Green New Deal” brauchen und wo die Förderung meistens unter Verletzung von Menschenrechten passiert. Das heißt eigentlich in anderen Worten, dass wir unser marodes Wirtschaftssystem auf Kosten derer retten wollen, die nichts zu der Krise beigetragen haben, in der wir uns gerade befinden. Was positive ist am “Green New Deal” ist der Versuch soziale- und ökologische-Problemstellungen zusammen zu denken, also man sagt nicht nur, man will CO2 besteuern, sondern man will dabei auch Arbeitsplätze schaffen. Was aber eine menschliche Antwort auf den Klimawandel sein muss, ist nicht Wirtschaftswachstum von Ressourcenverbrauch zu entkoppeln, sondern Bedürfnisbefriedigung von Lohnarbeit zu entkoppeln. Wenn die wirtschaftlich Rahmenbedingungen, den Handlungsspielraum von Politikerinnen so toll einschränken, dann liegt es eher wieder nahe irgendwie Wirtschaft zu verändern, und viele Menschen versuchen das dann da, wo ihnen Wirtschaft am nice’ten begegnet, nämlich in ihren Konsum. „Grün leben, nachhaltig konsumieren, dass ist hier das Motto, wir wollen mit der Einkaufstasche Politik machen.“ (Nicole Maisch, MdB, Sprecherin für Verbraucherpolitik - Grün leben - nachhaltig konsumieren) Im Preußen gab’s ja ein 3 Klassen Wahlrecht, das heißt je nachdem wieviel ich verdient habe, und wieviel Steuern ich gezahlt habe, so viel durfte ich dann auch mitbestimmen. Das finden heutzutage, zurecht, viele Leute verdammt undemokratisch. Heute ist es so, dass 45 Haushalte so viel besitzen, wie die unter Hälfte der Bevölkerung. „Deutschland hat ein viel zu kleine Zahl von Aktionären.“ (Friedrich Merz, CDU - Friedrich Merz (CDU) über Neoliberalismus & junge Leute in Deutschland)
Das heißt, dass wenn wir es ernst meinen, mit der Einkaufszettel ist ein Stimmzettel, wir 45 Haushalten soviel Mitbestimmung geben, wie über 40 Millionen Menschen. Vielleicht könnte man jetzt sagen, man müsste dann halt diesen 45 Haushalten, gezielt ganz viel bei Klimawandel erzählen, so, dass deren Bewusstsein wächst und die dann sich super verhalten. Leider ist es belegt, dass der CO2-Fußabdruck nicht mit einen größeren Wissen über Klimawandel sinkt, sondern er stattdessen mit seinen Einkommen steigt. Wir haben ja schon gesehen, dass Nachhaltigkeit oder Naturerhaltung im Wiederspruch zum Kernelement der Marktwirtschaft stehen, nämlich Profit erwirtschaften. Dementsprechend werden Konzerne, wenn es ihnen einen Konkurrenzvorteil verschafft, immer auf ein grünes Image setzen.
„Willkommen in erneuerbaren Zeitalter“ (Energiekonzern Werbung) Aber tatsächlich nachhaltig produzieren, werden sie wahrscheinlich nicht. Und zu kontrollieren, ob die tatsächlich nachhaltig Produzieren, ist auch verdammt schwierig. So kann ich vielleicht noch, rausfinden, ob meine Hose aus Biobaumwolle ist, oder unter sozialen Bedingungen zusammengenäht wurde. Aber wie die Nähmaschinen hergestellt wurde, mit der meine Hose genäht wird: Keine Chance. Und auch die Frage: Was bedeutet den „unter Fairen oder sozialen Bedingungen genäht“? Bedeutet es, dass die Näherinnen genau so viel verdienen wie ich?
Trotzdem kann ich Alle verstehen die versuchen, so ökologisch oder so sozial, wie’s nur irgendwie geht zu konsumieren. Für mich deutet es auf ein Unbehagen hin. Darauf, dass wir nicht mehr von Kosten auf Anderen leben wollen und ich selbst spüre es Jeden Tag. Nur leider reicht es nicht, dieses Unbehagen in unseren Konsumentscheidungen auszudrücken. Weil wir in der Marktwirtschaft strukturell gezwungen sind, auf Kosten von anderen zu leben. „And the solutions within the System all so impossible to find, than we should change the system itself“. (Greta Thunberg - Greta Thunberg full speech at UN Climate Change COP24 Conference) Merz sagt ja: „Die Marktwirtschaft zu zerstören, wäre eine Bedrohung für unsere freiheitliche demokratische Grundordnung“, dabei ist es doch gerade die Marktwirtschaft, die konträr zu Demokratie und Freiheit steht. Und unter Demokratie verstehe ich, dass ich mitbestimmen kann, wie Dinge produziert werden, was für Dinge überhaupt produziert werden. Und unter Freiheit verstehe ich, dass ich zu dem Beitragen kann, was ich sinnvoll finde, und nicht zu den, für das ich zufällig Geld bekommen. Die Freiheit, von der Merz redet, ist nichts als eine Freiheit von Wenigen, auf Kosten von Anderen. Merz fordert freie Märkte, ich will freie Menschen. Und deswegen müssen wir auch keine Angst haben, vor den Zerstören der Marktwirtschaft.
IV. Gutes Leben für alle
Wir sollte Angst haben, vor Menschen die behaupten, dass es keine andere Alternative gibt, weil die damit eigentlich unser Leben auf diesen Planeten aufgeben. „Wir haben bis heute von 1990 an NICHTS eingespart.“ (Angela Merkel, CDU - Lahmes Klimapaket: Die Groko hat Schiss vorm Wähler | heute-show vom 20.09.2019)
Das Verbrechen der älteren Generation ist nicht das die SUV fahren und Fleisch essen, sondern das sie versuchen ihre Hoffnungslosigkeit und ihre Fantasielosigkeit uns überzustülpen. Noch können wir die Klimakrise so eindämmen, dass wir Kipppunkte nicht erreichen.
„Wir können noch stoppen, gewissermaßen vor dem Großumfällen, aber wir müssen es sehr schnell tun.“ (Hans Joachim Schellnhuber - https://www.tagesschau.de/inland/interview-schellnhuber-101.html )
Es gibt also gerade nichts, was naiver wäre, als so weiterzumachen wie bisher. Die gute Nachricht ist, ein Wirtschaftssystem können wir ändern, es ist menschgemacht, auch wenn die Strukturen sich verselbstständigt haben, trotz unserer verstricktheit, mit diesen Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, es ist viel logischer, dieses Wirtschaftssystem zu ändern anstatt zu versuchen unseren Planeten der nicht menschgemacht ist und den wir auch nicht kontrollieren können, an dieses Wirtschaftssystem anzupassen.
„Menschen haben noch nie Ökosysteme gebaut, aber Menschen haben schon mehrere Finanzsysteme gebaut, und mehrere varianten von Kapitalismus gebaut, und auch mehrere Varianten von Nicht-Kapitalistischen-Ökonomien gebaut“ (Maja Göpel, Wissenschaftlerin - Maja Göpel ("Scientists For Future") - Jung & Naiv: Folge 420)
Und es geht eben nicht nur um All das, was wir verlieren, wenn wir jetzt nicht handeln, sondern auch um all das, was wir gewinnen können.
„In order to trash the planet, you have to trash people. But if you create a world where you don’t trash people you can’t trash the planet.” (Van Jones - TEDxGreatPacificGarbagePatch - Van Jones - Environmental Justice) Wir können ein Gesellschaftssystem aufbauen, indem wir das produzieren was uns wichtig ist, und das bekommen was uns wichtig ist. Indem wir innerhalb der planetaren Grenzen agieren. Und keine Angst vor der Zukunft haben müssen, sondern Zukunft jeden Tag aufs Neue erschaffen können, wenn wir’s also ernst meinen mit „Klima retten“ mit Demokratie, Menschrechten und Zukunft, dann lasst uns darüber leben, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Und ich hab dazu natürlich Ideen, aber es bringt nichts wenn ich euch die erkläre, sondern wir müssen darüber diskutieren, weil wir ein Gesellschaftssystem nur gemeinsam erschaffen können. „The real power belongs to the people“ (Greta Thunberg - Greta Thunberg full speech at UN Climate Change COP24 Conference).
Lasst euch also nicht einlullen und lasst euch nicht entmutigen, weil innerhalb des Systems so wenig zu verändern ist, das bedeutet ja nur, dass wir das System verändern müssen, und das können wir.
„Urgency, we’ve go 2 years left. 2 years to actually decisively get our act together.” ( https://twitter.com/Jumpsteady/status/1163718889139818496 )
Lasst uns also j e t z t diese Debatte führen, damit wir in Aktion treten können, bevor Kipppunkte erreicht werden.