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https://de.wikipedia.org/wiki/Per-_und_polyfluorierte_Alkylverbindungen
Gift in unserem Alltag - Die Plage der PFAS
89 Min.
📽️ https://www.arte.tv/de/videos/121437-000-A/gift-in-unserem-alltag-die-plage-der-pfas/
PFAS, die „Ewigkeitschemikalien“, sind ein globales Umwelt- und Gesundheitsrisiko – doch die Industrie leugnet die Gefahr. Die Substanzen stecken in beschichteten Pfannen, Outdoor-Bekleidung und Feuerlöschschaum. Sie sind krebserregend, reichern sich in der Umwelt an und belasten den menschlichen Körper. Der Dokumentarfilm zeigt Betroffene und Aktivisten, die für ein Verbot kämpfen. Sie stecken in beschichteten Pfannen, wasserdichter Kleidung und Feuerlöschschaum – und mittlerweile in unserem Blut, im Trinkwasser und in der Luft: PFAS (per- und polyfluorierte Chemikalien/ʺper- and polyfluoroalkyl substancesʺ), die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Was einst als technischer Fortschritt gefeiert wurde, entpuppt sich heute als eine der größten Umwelt- und Gesundheitsbedrohungen unserer Zeit. Einige dieser Substanzen gelten als krebserregend, andere stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu stören oder das Immunsystem zu schwächen. Der Dokumentarfilm begleitet Betroffene, Wissenschaftlerinnen und Aktivisten, die gegen diese unsichtbare Verseuchung kämpfen. In Italien wurden 2025 mehrere Manager eines PFAS-Zulieferers in einem aufsehenerregenden Prozess zu langen Haftstrafen verurteilt. Im südfranzösischen Salindres schloss der Chemiekonzern Solvay offiziell aus wirtschaftlichen Gründen sein Werk – doch Anwohner und ehemalige Mitarbeiter berichten von massiver Boden- und Grundwasserverschmutzung. In Baden-Württemberg hat die Stadt Rastatt die Wasserpreise erhöht, um teure Reinigungsverfahren zu finanzieren, und überwacht die Landwirtschaft streng, um weitere Kontaminationen zu verhindern. Während in den USA seit Jahrzehnten juristisch gegen PFAS-Hersteller vorgegangen wird, hinkt Europa hinterher. Doch Bürgerinitiativen, kommunale Maßnahmen und neue Forschungsergebnisse erhöhen den Druck auf Politik und Industrie. Erste gesetzliche Schritte und strafrechtliche Konsequenzen lassen hoffen, dass besonders problematische PFAS bald verboten werden. Doch selbst wenn die Produktion gestoppt wird: Die bereits freigesetzten Chemikalien belasten Böden, Gewässer und Lebewesen noch für Jahrhunderte – eine unbequeme Wahrheit, die der Film nicht verschweigt.
Regie: Stenka Quillet, Quentin Noirfalisse
Land: Frankreich, Deutschland, Belgien
Jahr: 2026
Herkunft: ARTE
Jahrhundertgift: Warum wird es nicht verboten? | STRG_F
📽️ https://www.youtube.com/watch?v=ovCvW22ol3Y&pp=ygUJcGZhcyBmdW5r
Im bayerischen Altötting dürfen die Menschen kein Blut mehr an andere spenden, weil es toxisch ist. Sie haben zu viel PFAS im Blut. Eine Fabrik am Ortsrand arbeitete mit diesen Chemikalien. Diese gelangten in den Boden der Umgebung und so ins Grundwasser. PFAS werden eingesetzt, um verschiedenste Produkte mit einem „Antihaft-Effekt“ herzustellen: Outdoor-Kleidung, Kosmetik, Backpapier, Kunstrasen, Zahnseide und vieles mehr. Auch wenn die Produkte selbst bei richtiger Verwendung kaum gefährlich sind, entstehen Probleme bei Produktion und Entsorgung. PFAS stehen im Verdacht, schwere Krankheiten auslösen zu können. Die EU prüft ein Verbot der Stoffgruppe. STRG_F-Reporter Johannes lässt sein Blut untersuchen. Hat auch er PFAS im Blut? Und ist das ein Grund zur Sorge?
Ein Film von Johannes Edelhoff und Lea Busch Kamera: Andrzej Król, Lea Busch, Andrea Rumpler, Jan Littelmann, Johannes Lenz, Johannes Edelhoff, Knut Muhsik, Henri Bentheim; Gunnar Krupp, Isabel Ströh Schnitt: Jan Littelmann, Nadja Hübner, Nicole Wohlert, Manuel Sachse Grafik: Benjamin Rosentreter Mitarbeit: Isabel Schneider Endfertigung: Maximilian Klein Redaktion: Volker Steinhoff, Anna Orth
Der Fall Rastatt: PFAS Chemikalien im Trinkwasser
Mittelbaden 2012: Eine riesige Fläche wird mit PFAS kontaminiert. Die Chemikalie gelangt ins Trinkwasser und auch ins Blut der Menschen. Ein Umweltverbrechen mit Folgen bis heute.
Es ist einer der größten Umweltskandale Deutschlands. 2012 deckt eine Routinekontrolle Industriechemikalien, sogenannte PFAS, im Trinkwasser der Stadtwerke Rastatt auf. Erst nach und nach wird das Ausmaß klar. Die Suche nach der Ursache beginnt – mit überraschenden Wendungen. Risiko für Mensch und Umwelt
Wie sind die gesundheitsgefährdenden Chemikalien in großer Menge in das Grund- und Trinkwasser der Region Mittelbaden gelangt? Olaf Kaspryk, Chef der Stadtwerke Rastatt, begibt sich auf Spurensuche. Die lokalen Behörden ordnen Probenentnahmen und Blutuntersuchungen für die Anwohner an, doch die Aufklärung läuft schleppend. Viele Landwirte aus der Region müssen ganze Ernten vernichten, so auch Erik Reiß. Claudia Streichhahn aus Kuppenheim beschließt, ihr Leitungswasser nicht mehr zu trinken. Doch die Chemikalien sind längst in ihrem Körper nachweisbar. Wie bei vielen anderen auch. Mütter werden sogar davor gewarnt, ihre Kinder zu stillen.
PFAS, das sind per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, die in vielen Produkten des Alltags stecken, etwa in Teflonpfannen, Backpapier oder wasserabweisender Kleidung. Viele PFAS reichern sich in der Umwelt sowie im menschlichen und tierischen Gewebe an und können Mensch und Umwelt erheblich schaden. Denn diese Stoffe stehen im Verdacht, fortpflanzungsgefährdend und krebserregend zu sein. Und sie könnten die Immunantwort bei Impfungen reduzieren. Spurensuche im Kompost
Die Ermittler finden heraus: Die schädliche Substanz steckte im Kompost, der auf die Felder ausgebracht wurde. Doch wie kam er dort hin? Und wer ist dafür verantwortlich?
40 Millionen Euro Aufklärungs- und Sanierungskosten hat der PFAS-Fall von Rastatt bisher verursacht, auf Kosten der Steuerzahler. Ein Ende ist nicht in Sicht. Denn: PFAS oder ihre Abbauprodukte sind sehr stabil. Das heißt, sie sind in der Umwelt sehr lange nachweisbar und gehören zu den langlebigsten Stoffen, die man kennt. Sie werden daher auch "Ewigkeits-Chemikalien" genannt. Derzeit prüft die EU ein PFAS-Verbot.
Der Fall Rastatt zeigt eines der größten, aber weitgehend unbekannten Umweltverbrechen in Deutschland. Mit den Folgen werden Menschen und Umwelt noch lange zu kämpfen haben. Team
Ein Film von Julia Brötz / Michael Billig Kamera: Zhong To / Julian Hanschke / Tino Richter Schnitt: Johannes Gall Redaktion: Mark Hugo / Michael Wiedemann Leitung der Sendung: Cathérine Kipp