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Aktuelle Version vom 19. September 2026, 19:36 Uhr

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Infomaniak ist ein Schweizer Cloud- und Hosting-Anbieter mit Sitz in Genf, gegründet 1994. Die Websites und Wikis von Schwarzatal.org werden bei Infomaniak betrieben. Diese Seite erklärt, warum wir uns für diesen Anbieter entschieden haben.

Warum wir Infomaniak nutzen

Bei der Wahl eines Hosters ging es uns nicht in erster Linie um den Preis, sondern um drei Fragen:

  • Wem gehört das Unternehmen, und wem ist es verpflichtet?
  • Was passiert mit den Daten unserer Besucher_innen?
  • Wie viel Energie verbraucht der Betrieb, und was geschieht mit der Abwärme?

Infomaniak beantwortet alle drei Fragen besser als die meisten Alternativen, die wir geprüft haben – auch besser als mehrere regionale Anbieter in Österreich.

Unabhängigkeit: die Infomaniak-Stiftung

Am 13. Mai 2026 hat Firmengründer Boris Siegenthaler die Mehrheit der Stimmrechte an eine neu gegründete, gemeinnützige Schweizer Stiftung übertragen – die Infomaniak-Stiftung mit Sitz in Genf. Der Schritt wurde von den 36 Aktionär_innen aus der Belegschaft einstimmig mitgetragen.

Warum das mehr ist als ein Imagegewinn:

  • Die Stiftung hält knapp zwei Drittel der Stimmrechte über spezielle Aktien, die sich nicht verkaufen lassen.
  • Die Übertragung ist unwiderruflich – auch der Gründer kann sie nicht zurücknehmen.
  • Eine notariell beurkundete Beteiligungscharta schreibt neun Grundsätze fest, darunter Datenschutz, digitale Souveränität, lokale Verankerung und ökologische Verantwortung. Der Stiftungsrat kann diese Prinzipien verstärken, aber niemals abschwächen.
  • Ohne Zustimmung der Stiftung ist weder ein Verkauf noch ein Kontrollwechsel möglich.
  • Als gemeinnützig anerkannte Schweizer Stiftung steht sie unter der ständigen Aufsicht der Genfer Kantonsbehörden.

Zusätzlich fördert die Stiftung unabhängige gemeinnützige Projekte in den Bereichen digitale Souveränität und Bildung, ethische Digitalisierung, Umwelt und Biodiversität sowie Energiewende.

Das Modell ist nicht neu – Bosch, Carl Zeiss, Bertelsmann und Victorinox sind ähnlich konstruiert, teils seit über hundert Jahren. Neu ist, dass ein Cloud-Anbieter diesen Weg geht.

Ökologie: das Datacenter D4

Infomaniak betreibt eigene Rechenzentren und kühlt diese bereits seit 2013 mit gefilterter Aussenluft, ganz ohne Klimaanlage.

Das 2025 eingeweihte Rechenzentrum D4 in Genf geht deutlich weiter: Es liegt im Untergeschoss eines Wohngebiets, unter der Genossenschaft La Bistoquette, und verwertet 100 % des verbrauchten Stroms als Heizenergie. Bei Volllast speist es 1,7 MW beziehungsweise rund 14,9 GWh pro Jahr in das Fernwärmenetz des Kantons Genf ein. Das reicht, um jährlich 6.000 Haushalte zu beheizen. Kühlwasser und Klimaanlage werden nicht benötigt, das Stadtbild bleibt unberührt.

Die Anlage wurde mit dem Schweizer Ethikpreis und dem Preis für nachhaltige Entwicklung des Kantons Genf ausgezeichnet. Die Wärmerückgewinnung ist für Infomaniak kostenneutral, ein Teil der Umbaukosten wurde vom Genfer Energieamt und vom Fernwärmenetzbetreiber mitgetragen.

Zum Vergleich: Die meisten Hoster – auch die ökologisch engagierten – mieten Fläche in fremden Rechenzentren und können dort bestenfalls Ökostrom beziehen. Abwärmenutzung ist in angemieteten Altbau-Standorten baulich kaum möglich.

Datenschutz und Souveränität

  • Serverstandorte ausschliesslich in der Schweiz beziehungsweise Europa.
  • Keine Werbefinanzierung, kein Verkauf oder Auswerten von Nutzerdaten.
  • Kein Zugriff nach US-amerikanischem Recht (Cloud Act), da das Unternehmen weder US-Eigentümer noch US-Infrastruktur hat.
  • Eigene Hardware, eigene Rechenzentren, eigene Software – dadurch keine Abhängigkeit von Hyperscalern.
  • Einsatz und Förderung quelloffener Software.

Kritik und Einordnung

Wir halten nichts von unkritischen Empfehlungen, deshalb die offenen Punkte:

  • Infomaniak plant den Gang an die Schweizer Börse SIX über eine Fusion mit der börsennotierten Perrot Duval Holding. Gehandelt werden dabei nur stimmrechtsschwächere Aktien; die Stimmrechtsmehrheit bleibt bei der Stiftung. Trotzdem erzeugen auch Minderheitsaktionäre Renditedruck.
  • Eine Stiftung besteht aus Menschen. Wie streng die Beteiligungscharta ausgelegt wird, hängt langfristig von der Besetzung des Stiftungsrats ab.
  • Genf ist von Niederösterreich aus gesehen nicht regional. Wem kurze Wege und ein lokaler Ansprechpartner wichtiger sind als Infrastruktur und Ökobilanz, findet in Wien kleinere Alternativen.

Fazit

Unabhängige Eigentümerstruktur, eigene Rechenzentren mit vollständiger Abwärmenutzung, konsequenter Datenschutz und keine Abhängigkeit von US-Konzernen: Diese Kombination bietet derzeit kein anderer uns bekannter Anbieter. Deshalb läuft schwarzatal.org bei Infomaniak – und deshalb empfehlen wir den Anbieter weiter.


Quelle: Claude Opus 5 hoch (September 2026)